Passung H7/d9: Spielpassung
System Einheitsbohrung · Grenzabmaße nach DIN ISO 286
Sehr weiter Laufsitz: für raue Betriebsbedingungen, Verschmutzung und große Wärmedehnung, etwa bei Landmaschinen.
Grenzabmaße über alle Nennmaßbereiche
| Nennmaß (mm) | Bohrung H7 (ES/EI) | Welle d9 (es/ei) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| bis 3 | +0,010 / 0 | -0,020 / -0,045 | 20 … 55 µm Spiel |
| über 3 bis 6 | +0,012 / 0 | -0,030 / -0,060 | 30 … 72 µm Spiel |
| über 6 bis 10 | +0,015 / 0 | -0,040 / -0,076 | 40 … 91 µm Spiel |
| über 10 bis 18 | +0,018 / 0 | -0,050 / -0,093 | 50 … 111 µm Spiel |
| über 18 bis 30 | +0,021 / 0 | -0,065 / -0,117 | 65 … 138 µm Spiel |
| über 30 bis 50 | +0,025 / 0 | -0,080 / -0,142 | 80 … 167 µm Spiel |
| über 50 bis 80 | +0,030 / 0 | -0,100 / -0,174 | 100 … 204 µm Spiel |
| über 80 bis 120 | +0,035 / 0 | -0,120 / -0,207 | 120 … 242 µm Spiel |
| über 120 bis 180 | +0,040 / 0 | -0,145 / -0,245 | 145 … 285 µm Spiel |
| über 180 bis 250 | +0,046 / 0 | -0,170 / -0,285 | 170 … 331 µm Spiel |
| über 250 bis 315 | +0,052 / 0 | -0,190 / -0,320 | 190 … 372 µm Spiel |
| über 315 bis 400 | +0,057 / 0 | -0,210 / -0,350 | 210 … 407 µm Spiel |
| über 400 bis 500 | +0,063 / 0 | -0,230 / -0,385 | 230 … 448 µm Spiel |
Alle Angaben in mm. ES/EI sind oberes und unteres Abmaß der Bohrung, es/ei die der Welle. Das Spiel ergibt sich als Bohrung minus Welle: das kleinste Spiel aus EI − es, das größte aus ES − ei. Ein negativer Wert bedeutet Übermaß, die Teile lassen sich dann nicht ohne Kraft fügen.
Was die Passung H7/d9 bedeutet
Sehr weiter Laufsitz: für raue Betriebsbedingungen, Verschmutzung und große Wärmedehnung, etwa bei Landmaschinen.
Die Paarung gehört zum System Einheitsbohrung: die Bohrung behält über alle Passungen hinweg dieselbe Toleranzlage H7, verändert wird nur die Welle. Das ist im Maschinenbau der Regelfall, weil Bohrungen mit festen Werkzeugen — Reibahle, Räumnadel — hergestellt werden und eine Welle sich leichter auf Maß drehen lässt.
Für andere Nennmaße, abweichende Toleranzklassen oder die grafische Darstellung der Toleranzfelder steht der ISO-Passungsrechner bereit. Wirkt sich die Passung auf eine Maßkette aus, rechnet der Toleranzketten-Rechner das Schließmaß samt Ausschussanteil.
Temperatur nicht vergessen: die Tabellenwerte gelten bei 20 °C. Paarungen aus verschiedenen Werkstoffen — Aluminiumnabe auf Stahlwelle — verändern ihr Spiel im Betrieb erheblich; wie stark, zeigt der Wärmeausdehnungs-Rechner.
Fügen, Fertigen und Prüfen
| Größe | Wert | Herkunft |
|---|---|---|
| Toleranz Bohrung H7 bei Ø 30 mm | 21 µm | ES − EI |
| Toleranz Welle d9 bei Ø 30 mm | 52 µm | es − ei |
| Zulässige Rautiefe Rz | höchstens 5 µm | Rz ≤ T / 4 |
| Messmittel | Bügelmessschraube mit 0,001 mm Ablesung | Auflösung rund ein Zehntel der Toleranz |
H7/d9 in der Fertigung
Bei Ø 30 mm bleibt ein relatives Spiel von 2,17 bis 4,6 ‰ des Durchmessers. Maßgeblich ist der kleinere der beiden Werte: er ist der einzige, der im ungünstigsten Fall noch übrig bleibt. Mit 2,17 ‰ trägt der Schmierfilm sicher, die Welle läuft aber merklich außermittig. Gewollt ist das, wo Fluchtungsfehler, Verschmutzung oder große Temperaturunterschiede aufgefangen werden müssen; auf Rundlauf verzichtet man dafür.
Die engere der beiden Toleranzen liegt bei Ø 30 mm bei 21 µm. Daraus folgt zweierlei. Erstens die Oberfläche: eine Rautiefe von mehr als einem Viertel der Toleranz frisst den Passungscharakter auf, weil die Spitzen beim Fügen abgetragen werden und das Übermaß mitnehmen. Für H7/d9 heißt das Rz ≤ 5 µm. Zweitens das Messmittel: Bügelmessschraube mit 0,001 mm Ablesung — alles Gröbere misst die eigene Ablesegrenze statt des Werkstücks.
Die Grenzabmaße gelten bei 20 °C. Weicht die Temperatur beim Messen oder im Betrieb davon ab und bestehen Welle und Bohrung aus verschiedenen Werkstoffen, verschiebt sich das Ergebnis; wie weit, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner aus.
Weitere Passungen
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