Passung D10/h9: Spielpassung
System Einheitswelle · Grenzabmaße nach DIN ISO 286
Sehr weiter Laufsitz im System Einheitswelle, unempfindlich gegen Verschmutzung.
Grenzabmaße über alle Nennmaßbereiche
| Nennmaß (mm) | Bohrung D10 (ES/EI) | Welle h9 (es/ei) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| bis 3 | +0,060 / +0,020 | 0 / -0,025 | 20 … 85 µm Spiel |
| über 3 bis 6 | +0,078 / +0,030 | 0 / -0,030 | 30 … 108 µm Spiel |
| über 6 bis 10 | +0,098 / +0,040 | 0 / -0,036 | 40 … 134 µm Spiel |
| über 10 bis 18 | +0,120 / +0,050 | 0 / -0,043 | 50 … 163 µm Spiel |
| über 18 bis 30 | +0,149 / +0,065 | 0 / -0,052 | 65 … 201 µm Spiel |
| über 30 bis 50 | +0,180 / +0,080 | 0 / -0,062 | 80 … 242 µm Spiel |
| über 50 bis 80 | +0,220 / +0,100 | 0 / -0,074 | 100 … 294 µm Spiel |
| über 80 bis 120 | +0,260 / +0,120 | 0 / -0,087 | 120 … 347 µm Spiel |
| über 120 bis 180 | +0,305 / +0,145 | 0 / -0,100 | 145 … 405 µm Spiel |
| über 180 bis 250 | +0,355 / +0,170 | 0 / -0,115 | 170 … 470 µm Spiel |
| über 250 bis 315 | +0,400 / +0,190 | 0 / -0,130 | 190 … 530 µm Spiel |
| über 315 bis 400 | +0,440 / +0,210 | 0 / -0,140 | 210 … 580 µm Spiel |
| über 400 bis 500 | +0,480 / +0,230 | 0 / -0,155 | 230 … 635 µm Spiel |
Alle Angaben in mm. ES/EI sind oberes und unteres Abmaß der Bohrung, es/ei die der Welle. Das Spiel ergibt sich als Bohrung minus Welle: das kleinste Spiel aus EI − es, das größte aus ES − ei. Ein negativer Wert bedeutet Übermaß, die Teile lassen sich dann nicht ohne Kraft fügen.
Was die Passung D10/h9 bedeutet
Sehr weiter Laufsitz im System Einheitswelle, unempfindlich gegen Verschmutzung.
Die Paarung gehört zum System Einheitswelle: die Welle behält durchgehend die Toleranzlage h9, verändert wird die Bohrung. Sinnvoll überall dort, wo blank gezogenes Material ohne Nachbearbeitung verbaut wird — etwa bei Kolbenstangen, Führungswellen und Normteilen.
Für andere Nennmaße, abweichende Toleranzklassen oder die grafische Darstellung der Toleranzfelder steht der ISO-Passungsrechner bereit. Wirkt sich die Passung auf eine Maßkette aus, rechnet der Toleranzketten-Rechner das Schließmaß samt Ausschussanteil.
Temperatur nicht vergessen: die Tabellenwerte gelten bei 20 °C. Paarungen aus verschiedenen Werkstoffen — Aluminiumnabe auf Stahlwelle — verändern ihr Spiel im Betrieb erheblich; wie stark, zeigt der Wärmeausdehnungs-Rechner.
Fügen, Fertigen und Prüfen
| Größe | Wert | Herkunft |
|---|---|---|
| Toleranz Bohrung D10 bei Ø 30 mm | 84 µm | ES − EI |
| Toleranz Welle h9 bei Ø 30 mm | 52 µm | es − ei |
| Zulässige Rautiefe Rz | höchstens 13 µm | Rz ≤ T / 4 |
| Messmittel | Bügelmessschraube (Ablesung 0,01 mm) | Auflösung rund ein Zehntel der Toleranz |
D10/h9 in der Fertigung
Bei Ø 30 mm bleibt ein relatives Spiel von 2,17 bis 6,7 ‰ des Durchmessers. Maßgeblich ist der kleinere der beiden Werte: er ist der einzige, der im ungünstigsten Fall noch übrig bleibt. Mit 2,17 ‰ trägt der Schmierfilm sicher, die Welle läuft aber merklich außermittig. Gewollt ist das, wo Fluchtungsfehler, Verschmutzung oder große Temperaturunterschiede aufgefangen werden müssen; auf Rundlauf verzichtet man dafür.
Die engere der beiden Toleranzen liegt bei Ø 30 mm bei 52 µm. Daraus folgt zweierlei. Erstens die Oberfläche: eine Rautiefe von mehr als einem Viertel der Toleranz frisst den Passungscharakter auf, weil die Spitzen beim Fügen abgetragen werden und das Übermaß mitnehmen. Für D10/h9 heißt das Rz ≤ 13 µm. Zweitens das Messmittel: Bügelmessschraube (Ablesung 0,01 mm) — alles Gröbere misst die eigene Ablesegrenze statt des Werkstücks.
Die Grenzabmaße gelten bei 20 °C. Weicht die Temperatur beim Messen oder im Betrieb davon ab und bestehen Welle und Bohrung aus verschiedenen Werkstoffen, verschiebt sich das Ergebnis; wie weit, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner aus.
Weitere Passungen
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