Dokumentation & Datensicherheit

Fachwissen zur Toleranzanalyse und Erläuterungen dazu, wo Ihre Eingaben verarbeitet werden

Eingaben bleiben im Browser

VERICON wurde speziell für sicherheitskritische Engineering-Bereiche entwickelt. Alle Berechnungen – inklusive der rechenintensiven Monte-Carlo-Simulation mit 100.000 Durchläufen – werden vollständig lokal in Ihrem Browser (Client-Side) durchgeführt.

Es werden keine Bauteildaten, Toleranzen oder Maße an einen Server übertragen – weder an unseren noch an einen fremden. Ihre Konstruktionsdaten stehen im Arbeitsspeicher des Browsers und verlassen ihn nicht. Beim Aufruf der Seite selbst fallen dagegen, wie bei jeder Website, Verbindungsdaten beim Hoster und bei den Anbietern der nachgeladenen Programmbibliotheken an; welche das sind, steht in der Datenschutzerklärung.

🛡️ Vorteile für Unternehmen:
  • • Keine Cloud-Freigabe für Ihre Konstruktionsdaten nötig
  • • Rechnet ohne Netz weiter, solange die Seite geöffnet bleibt (3D- und Diagrammansichten laden beim ersten Öffnen eine Bibliothek nach)
  • • Keine Cookies, kein Tracking, keine Anmeldung

Berechnungs-Standards

Die mathematischen Berechnungen basieren auf standardisierten physikalischen und statistischen Modellen:

DIN ISO 2768Allgemeintoleranzen
DIN ISO 286ISO-Passungssystem
DIN ISO 20457Kunststoff-Formteile
ISO 8062Guss-Toleranzen

Haftungsausschluss / Disclaimer

Die Nutzung dieses Online-Rechners erfolgt auf eigene Verantwortung. Alle Berechnungen, statistischen Simulationen und Daten aus integrierten Normen (z. B. DIN ISO 2768, ISO 286, ISO 20457) wurden mit größter Sorgfalt implementiert. Dennoch wird keine Gewähr, Garantie oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Ergebnisse oder für daraus resultierende Schäden (z. B. Fertigungsfehler, Ausschuss) übernommen. Der Nutzer ist verpflichtet, die Ergebnisse vor der Verwendung in der Konstruktion durch unabhängige Prüfverfahren zu verifizieren.

Leitfaden zur Toleranzkettenberechnung

Die präzise Toleranzkettenberechnung und Toleranzanalyse zählt zu den kritischsten Schritten in der mechanischen Konstruktion und Produktentwicklung. VERICON kombiniert klassische lineare Tolerierungsmethoden mit modernen statistischen Simulationsverfahren direkt im Browser, um das Schließmaß von Baugruppen exakt vorherzusagen und Ausschussraten (Defect Rates) effektiv zu minimieren.


Arithmetische Tolerierung (Worst-Case)

Die Worst-Case-Methode (arithmetische Toleranzanalyse) geht vom ungünstigsten Fall aus: Alle Kettenglieder befinden sich gleichzeitig an ihren extremsten Toleranzgrenzen. Diese Methode garantiert eine theoretische 100%ige Austauschbarkeit aller Bauteile, führt in der Praxis jedoch oft zu überdimensionierten und teuren Fertigungstoleranzen.


Statistische Tolerierung (RSS)

Das Root-Sum-Square-Verfahren (RSS) nutzt die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Da es extrem unwahrscheinlich ist, dass alle Bauteile in der Fertigung gleichzeitig am absoluten Maximum liegen, werden die Einzeltoleranzen quadratisch addiert. Dies erlaubt deutlich größere Einzeltoleranzen.

Aber Achtung: RSS stellt im Gegensatz zum Arithmetischen Worst-Case quasi den "Best-Case" der Toleranzrechnung dar. Es geht von einer idealen Gauß-Verteilung aus, was bei kurzen Toleranzketten (wenig Bauteilen) oft zu optimistisch ist. Die Realität liegt meist irgendwo zwischen Arithmetisch und RSS. Eine bekannte Näherung dafür ist die Spott'sche Methode (Mittelwertmethode), die den Durchschnitt aus Worst-Case und RSS bildet: $T_{Spotts} = \frac{T_{arith} + T_{RSS}}{2}$.


Fortgeschrittene Monte-Carlo-Simulation & Normen-Integration

Für hochkomplexe Analysen führt VERICON eine Monte-Carlo-Simulation mit 100.000 statistischen Durchläufen in einem performanten Web Worker durch. Das Tool unterstützt Konstrukteure durch die direkte Integration wichtiger Industriestandards wie DIN ISO 2768-1 (Allgemeintoleranzen), DIN ISO 20457 (Kunststoff-Formteile) und DIN ISO 286 (Passungsberechnung).


Einfluss der thermischen Ausdehnung

Ein einzigartiges Feature ist die thermische Drift-Analyse. Durch die Berechnung der Längenänderung auf Basis spezifischer Werkstoff-Ausdehnungskoeffizienten (z. B. PMMA, ABS, PEEK, Baustahl oder Messing) bei definierter Betriebstemperatur, warnt das Tool automatisch vor Überschreitungen der werkstoffspezifischen Dauergebrauchstemperaturen und Formbeständigkeiten.