Härte-Umwerter (DIN EN ISO 18265)

Umwertung von Härtewerten und Abschätzung der Zugfestigkeit Rm für unlegierte und niedriglegierte Stähle.

Synchron-Eingabe

Ändern Sie einen beliebigen Wert, die anderen werden automatisch berechnet.

Bereich: 85 – 670 HV
HV
Bereich: 80,8 – 570 HB
HB
Bereich: 20,3 – 58,9 HRC
HRC
Bereich: 270 – 2180 N/mm²
N/mm²

Info zur Härte-Umwertung

Die Umwertung basiert auf der **DIN EN ISO 18265** (Tabelle A.1 - Umwertungswerte für unlegierte und niedriglegierte Stähle und Stahlguss im wärmebehandelten Zustand).

💡 **Hinweise zur Genauigkeit:** Härte-Umwertungen sind Näherungsverfahren. Da die verschiedenen Härteprüfverfahren (Vickers, Brinell, Rockwell) auf unterschiedlichen physikalischen Prinzipien beruhen, ist eine exakte physikalische Umrechnung nicht möglich. Die Tabelle stellt einen normierten Erfahrungswert dar.

⚠️ **Grenzbereiche:** - **Rockwell C (HRC):** Ist erst ab einer Härte von 240 HV bzw. einer Zugfestigkeit von 770 N/mm² definiert. Für weichere Werkstoffe wird das HRC-Feld als **n.b.** (nicht bestimmt) ausgewiesen. - **Brinell (HB):** Für extrem harte Stähle (über 600 HV / 570 HB / 1955 N/mm²) ist Brinell in der Tabelle nicht mehr erfasst (wird als **n.b.** ausgewiesen), da die Prüfkugel verformen würde.

Härte umrechnen nach DIN EN ISO 18265

Härteangaben begegnen einem in drei Einheiten: Rockwell HRC auf der Zeichnung, Brinell HB im Werkstoffdatenblatt und Vickers HV im Prüfprotokoll. Sie messen jeweils etwas anderes und lassen sich deshalb nicht exakt ineinander umrechnen, sondern nur über tabellierte Erfahrungswerte umwerten. Genau das leistet DIN EN ISO 18265.

Was die drei Verfahren unterscheidet

  • Vickers (HV) — Diamantpyramide, sehr kleiner Eindruck. Über den gesamten Härtebereich verwendbar, auch an dünnen Schichten und Randzonen.
  • Brinell (HB) — Hartmetallkugel, großer Eindruck. Gut für inhomogene Werkstoffe wie Guss, oberhalb von etwa 650 HB aber nicht mehr aussagekräftig, weil die Kugel selbst nachgibt.
  • Rockwell (HRC) — Eindringtiefe statt Eindruckfläche, dadurch schnell und direkt ablesbar. Sinnvoll erst ab etwa 20 HRC, darunter wird die Skala ungenau.

Zusammenhang mit der Zugfestigkeit

Für unlegierte und niedriglegierte Stähle besteht ein brauchbarer Näherungszusammenhang zwischen Brinellhärte und Zugfestigkeit:

Rm ≈ 3,3 · HB R_m in MPa (N/mm²) · gilt näherungsweise für unlegierte Stähle

Diese Beziehung ist der Grund, warum in der Fertigung oft nur die Härte geprüft wird: Ein Härteeindruck dauert Sekunden, ein Zugversuch zerstört das Bauteil. Für austenitische Stähle, Aluminium oder Guss gilt der Faktor allerdings nicht — dort weicht der Zusammenhang deutlich ab.

Rechenbeispiel: 40 HRC umwerten

Ausgangswert: 40 HRC, vergüteter Stahl

Vickers: rund 392 HV

Brinell: rund 371 HB

Zugfestigkeit: rund 1250 MPa

Der Rechner interpoliert zwischen den Stützstellen der Norm-Tabelle, sodass auch Zwischenwerte wie 43,5 HRC ein sinnvolles Ergebnis liefern.

Häufige Fragen

Wie genau ist eine Härteumwertung?

Sie ist eine Näherung, keine Messung. Die Norm selbst weist darauf hin, dass die Werte werkstoffabhängig sind und je nach Gefüge um mehrere Prozent abweichen können. Für eine Abnahmeprüfung muss deshalb in dem Verfahren gemessen werden, das die Zeichnung fordert — eine umgewertete Angabe reicht dafür nicht aus.

Warum stimmen HV und HB bei weichen Werkstoffen fast überein?

Bis etwa 350 HB liegen beide Skalen sehr nah beieinander, weil sich beide auf die Eindruckfläche beziehen und die Kugel in diesem Bereich noch praktisch formstabil bleibt. Erst darüber laufen die Werte auseinander.

Welche Härte hat ein vergüteter Stahl wie 42CrMo4?

Je nach Vergütungszustand üblicherweise 28 bis 35 HRC, einsatzgehärtete Randschichten liegen dagegen bei 58 bis 62 HRC. Für Zahnräder und Wellen wird oft ein Kernbereich um 30 HRC mit gehärteter Randzone kombiniert — zäh innen, verschleißfest außen.

Kann man von Zugfestigkeit auf Härte zurückrechnen?

Grundsätzlich ja, über dieselbe Näherung. Man sollte sich aber bewusst sein, dass sich der Fehler dabei in die andere Richtung fortpflanzt: Aus einer Streuung von ±5 % bei der Härte werden schnell 50 bis 60 MPa Unsicherheit bei der Festigkeit.

Wie viel HRC entsprechen 1000 N/mm² Zugfestigkeit?

Rund 32 HRC. Nach DIN EN ISO 18265 gehören zu Rm = 1000 N/mm² etwa 320 HV, 304 HB und 32 HRC. Als Faustformel für un- und niedriglegierte Stähle gilt Rm ≈ 3,3 · HV. Unterhalb von etwa 20 HRC wird die Rockwell-C-Skala unbrauchbar, dort misst man in HB oder HV.

Wie hart ist einsatzgehärteter 16MnCr5?

In der Randschicht 58 bis 62 HRC bei einer Einsatzhärtungstiefe von typischerweise 0,3 bis 1,2 mm, im Kern dagegen nur etwa 30 bis 40 HRC beziehungsweise 900 bis 1200 N/mm². Genau diese Kombination ist der Zweck des Einsatzhärtens: verschleißfeste Oberfläche bei zähem Kern. Eine Härtemessung am Bauteil trifft deshalb je nach Messstelle völlig verschiedene Werte.

Ab welcher Härte lässt sich ein Werkstoff nicht mehr zerspanen?

Mit Hartmetall endet die normale Bearbeitung bei etwa 45 HRC. Darüber arbeitet man mit CBN oder keramischen Schneidstoffen (Hartdrehen, bis rund 65 HRC) oder schleift. Praktische Folge für die Konstruktion: Passungen und Gewinde werden vor dem Härten gefertigt, Maße mit enger Toleranz nach dem Härten geschliffen — und der Verzug beim Härten dazwischen eingeplant.