M8x0,75: Kernloch, Maße und Anzugsmoment

Metrisches ISO-Feingewinde nach DIN 13-2 ff.

Kernlochbohrer für M8x0,75
7,3 mm

Steigung 0,75 mm, Spannungsquerschnitt 41,8 mm². Die Werkstattregel d − P ergibt 7,25 mm; DIN 336 rundet auf den nächsten tatsächlich erhältlichen Bohrer.

Gewindemaße

MaßWertHerkunft
Nenndurchmesser d8 mmAußendurchmesser des Bolzengewindes
Steigung P0,75 mmFeingewinde nach DIN 13-2 ff.
Kernloch (Schneidgewinde)7,3 mmBohrer nach DIN 336
Kernloch (Furchgewinde)7,59 mmd − 0,55 · P, gewindeformend
Flankendurchmesser d₂7,513 mmd − 0,6495 · P (ISO 68-1)
Kerndurchmesser Bolzen d₃7,08 mmd − 1,2269 · P
Kerndurchmesser Mutter D₁7,188 mmd − 1,0825 · P
Spannungsquerschnitt AS41,8 mm²aus d₂ und d₃ gemittelt
Senker Ø (90°)8,75 mmPraxiswert d + P

Anziehmomente für M8x0,75

FestigkeitsklasseRp0,2Vorspannkraft FMAnziehmoment MA
8.8640 MPa19820 N28,9 Nm
10.9940 MPa29120 N42,5 Nm
12.91080 MPa33450 N48,8 Nm

Gerechnet nach VDI 2230 mit Reibungszahl µ = 0,14 in Gewinde und Kopfauflage und 90 % Ausnutzung der Streckgrenze — die Annahmen der dortigen Tabelle A1. Andere Reibungszahlen verschieben das Moment erheblich: geschmiert (µ = 0,10) rund 20 % weniger, trocken (µ = 0,20) rund 30 % mehr. Für den vollständigen Nachweis mit Klemmlänge und Betriebskraft steht die Schraubenberechnung nach VDI 2230 bereit.

Mindesteinschraubtiefe im Sackloch

Werkstoff des InnengewindesMindesteinschraubtiefe
Stahl, niedrigfest (S235)8 mm (1 · d)
Stahl, vergütet (C45, 42CrMo4)9,6 mm (1,2 · d)
Gusseisen (EN-GJL, EN-GJS)12 mm (1,5 · d)
Aluminiumguss und -knetlegierung17,6 mm (2,2 · d)

Richtwerte für Festigkeitsklasse 8.8. Die Einschraubtiefe muss so groß sein, dass das Innengewinde nicht vor der Schraube versagt — je weicher der Werkstoff, desto tiefer. In Aluminium sind 17,6 mm nötig, in Stahl reicht rund der Nenndurchmesser.

Kernloch für M8x0,75 bestimmen

Der Kernlochdurchmesser ergibt sich aus der Werkstattregel d − P: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M8x0,75 sind das 8 mm − 0,75 mm = 7,25 mm, gebohrt wird mit dem genormten Bohrer 7,3 mm.

Diese Regel erzeugt rund 76 % Tragtiefe des Gewindes. Das klingt nach wenig, ist aber Absicht: die vollen 100 % brächten kaum mehr Tragfähigkeit — bei einer Verbindung nach VDI 2230 reißt ohnehin eher die Schraube als das Muttergewinde —, würden aber deutlich höhere Schnittkräfte und damit mehr Bruchgefahr für den Gewindebohrer bedeuten.

Beim Gewindefurchen gilt eine andere Regel: hier wird der Werkstoff verdrängt statt geschnitten, das Loch muss deshalb größer sein — 7,59 mm für M8x0,75. Furchgewinde sind fester, weil der Faserverlauf erhalten bleibt, brauchen aber einen ausreichend zähen Werkstoff.

Alle Werte lassen sich im Gewinde- und Kernloch-Rechner für beliebige Größen nachschlagen.

In der Werkstatt

GrößeWertHerkunft
Steigungswinkel φ1,82°arctan(P / (π · d2))
Tragende Gänge auf 1 · d10,7d / P
Schlüsselweite SW13 mmISO 4014/4017
Durchgangsloch mittel9 mmISO 273, Reihe mittel
Durchgangsloch fein / grob8,4 / 10 mmISO 273

M8x0,75 in der Praxis

Mit 1,82° liegt der Steigungswinkel unter dem Reibungswinkel von 6,59° (µ = 0,10 am 60°-Flankenwinkel). Das Gewinde ist damit selbsthemmend: es dreht sich unter ruhender Last nicht von selbst zurück. Gegen Setzen und gegen Querbewegung hilft das nicht — dagegen hilft nur ausreichende Vorspannkraft.

Auf einer Einschraubtiefe von einem Nenndurchmesser liegen bei M8x0,75 rechnerisch 10,7 Gänge im Eingriff. Tragen tun sie ungleich: der erste Gang übernimmt den größten Teil der Last, nach etwa sechs Gängen kommt kaum noch etwas hinzu. Deshalb bringt eine Mutter doppelter Höhe fast nichts, während eine zu geringe Einschraubtiefe sofort zum Ausreißen führt.

Auf der Gegenseite sitzt das Durchgangsloch. Nach ISO 273 sind das für M8x0,75 9 mm in der mittleren Reihe — die, die ohne besonderen Grund genommen wird. Die feine Reihe mit 8,4 mm ist für Passschrauben und enge Lagezuordnung gedacht, die grobe mit 10 mm für Blech- und Schweißkonstruktionen, bei denen sich Lochabstände verziehen. Wer die grobe Reihe wählt, braucht eine Unterlegscheibe: der Schraubenkopf deckt das Loch sonst nicht mehr vollständig ab.

Das ist der Bereich, für den Werkstatt und Handel eingerichtet sind: Bohrer, Gewindebohrer, Schrauben und Schlüssel liegen im Regal, und das Gewinde lässt sich von Hand ebenso schneiden wie auf der Maschine. Wo nichts dagegen spricht, gehört eine Verbindung in diese Größe.

Verbaut wird M8x0,75 vor allem im Bereich allgemeiner Maschinenbau — die Größen, in denen die meisten Verbindungen entstehen. Der Nenndurchmesser gehört zur Vorzugsreihe 1 der DIN 13-1 — Schrauben, Muttern, Bohrer und Gewindebohrer dafür führt jeder Händler ab Lager.

Gegenüber dem Regelgewinde M8 mit 1,25 mm Steigung: der Spannungsquerschnitt wächst um 14,2 % auf 41,8 mm², der Steigungswinkel fällt um 1,35° flacher aus, und das Kernloch wandert von 6,8 mm auf 7,3 mm. Der flachere Winkel ist der Grund, weshalb Feingewinde bei gleicher Vorspannkraft feiner dosierbar sind und sich schlechter von selbst lösen; der Preis ist die geringere Gangtiefe, die in weichen Werkstoffen und bei häufiger Montage schneller ausreißt.

Alle Feingewinde

M4x0,5 M5x0,5 M6x0,75 M8x1 M8x0,75 M10x1,25 M10x1 M10x0,75 M12x1,5 M12x1,25 M12x1 M14x1,5 M16x1,5 M18x1,5 M20x1,5 M22x1,5 M24x2 M24x1,5 M27x2 M30x2 M30x1,5 M33x2 M36x3 M36x2 M39x3 M42x3 M45x3 M48x3 M52x3 M56x4 M60x4 M64x4

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