M36x2: Kernloch, Maße und Anzugsmoment

Metrisches ISO-Feingewinde nach DIN 13-2 ff.

Kernlochbohrer für M36x2
34 mm

Steigung 2 mm, Spannungsquerschnitt 914,5 mm². Das entspricht genau der Werkstattregel d − P.

Gewindemaße

MaßWertHerkunft
Nenndurchmesser d36 mmAußendurchmesser des Bolzengewindes
Steigung P2 mmFeingewinde nach DIN 13-2 ff.
Kernloch (Schneidgewinde)34 mmBohrer nach DIN 336
Kernloch (Furchgewinde)34,9 mmd − 0,55 · P, gewindeformend
Flankendurchmesser d₂34,701 mmd − 0,6495 · P (ISO 68-1)
Kerndurchmesser Bolzen d₃33,546 mmd − 1,2269 · P
Kerndurchmesser Mutter D₁33,835 mmd − 1,0825 · P
Spannungsquerschnitt AS914,5 mm²aus d₂ und d₃ gemittelt
Senker Ø (90°)38 mmPraxiswert d + P

Anziehmomente für M36x2

FestigkeitsklasseRp0,2Vorspannkraft FMAnziehmoment MA
8.8640 MPa444870 N2853,3 Nm
10.9940 MPa653410 N4190,8 Nm
12.91080 MPa750720 N4814,9 Nm

Gerechnet nach VDI 2230 mit Reibungszahl µ = 0,14 in Gewinde und Kopfauflage und 90 % Ausnutzung der Streckgrenze — die Annahmen der dortigen Tabelle A1. Andere Reibungszahlen verschieben das Moment erheblich: geschmiert (µ = 0,10) rund 20 % weniger, trocken (µ = 0,20) rund 30 % mehr. Für den vollständigen Nachweis mit Klemmlänge und Betriebskraft steht die Schraubenberechnung nach VDI 2230 bereit.

Mindesteinschraubtiefe im Sackloch

Werkstoff des InnengewindesMindesteinschraubtiefe
Stahl, niedrigfest (S235)36 mm (1 · d)
Stahl, vergütet (C45, 42CrMo4)43,2 mm (1,2 · d)
Gusseisen (EN-GJL, EN-GJS)54 mm (1,5 · d)
Aluminiumguss und -knetlegierung79,2 mm (2,2 · d)

Richtwerte für Festigkeitsklasse 8.8. Die Einschraubtiefe muss so groß sein, dass das Innengewinde nicht vor der Schraube versagt — je weicher der Werkstoff, desto tiefer. In Aluminium sind 79,2 mm nötig, in Stahl reicht rund der Nenndurchmesser.

Kernloch für M36x2 bestimmen

Der Kernlochdurchmesser ergibt sich aus der Werkstattregel d − P: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M36x2 sind das 36 mm − 2 mm = 34 mm, gebohrt wird mit dem genormten Bohrer 34 mm.

Diese Regel erzeugt rund 76 % Tragtiefe des Gewindes. Das klingt nach wenig, ist aber Absicht: die vollen 100 % brächten kaum mehr Tragfähigkeit — bei einer Verbindung nach VDI 2230 reißt ohnehin eher die Schraube als das Muttergewinde —, würden aber deutlich höhere Schnittkräfte und damit mehr Bruchgefahr für den Gewindebohrer bedeuten.

Beim Gewindefurchen gilt eine andere Regel: hier wird der Werkstoff verdrängt statt geschnitten, das Loch muss deshalb größer sein — 34,9 mm für M36x2. Furchgewinde sind fester, weil der Faserverlauf erhalten bleibt, brauchen aber einen ausreichend zähen Werkstoff.

Alle Werte lassen sich im Gewinde- und Kernloch-Rechner für beliebige Größen nachschlagen.

In der Werkstatt

GrößeWertHerkunft
Steigungswinkel φ1,05°arctan(P / (π · d2))
Tragende Gänge auf 1 · d18d / P
Schlüsselweite SW55 mmISO 4014/4017
Durchgangsloch mittel39 mmISO 273, Reihe mittel
Durchgangsloch fein / grob37 / 42 mmISO 273

M36x2 in der Praxis

Mit 1,05° liegt der Steigungswinkel unter dem Reibungswinkel von 6,59° (µ = 0,10 am 60°-Flankenwinkel). Das Gewinde ist damit selbsthemmend: es dreht sich unter ruhender Last nicht von selbst zurück. Gegen Setzen und gegen Querbewegung hilft das nicht — dagegen hilft nur ausreichende Vorspannkraft.

Auf einer Einschraubtiefe von einem Nenndurchmesser liegen bei M36x2 rechnerisch 18 Gänge im Eingriff. Tragen tun sie ungleich: der erste Gang übernimmt den größten Teil der Last, nach etwa sechs Gängen kommt kaum noch etwas hinzu. Deshalb bringt eine Mutter doppelter Höhe fast nichts, während eine zu geringe Einschraubtiefe sofort zum Ausreißen führt.

Auf der Gegenseite sitzt das Durchgangsloch. Nach ISO 273 sind das für M36x2 39 mm in der mittleren Reihe — die, die ohne besonderen Grund genommen wird. Die feine Reihe mit 37 mm ist für Passschrauben und enge Lagezuordnung gedacht, die grobe mit 42 mm für Blech- und Schweißkonstruktionen, bei denen sich Lochabstände verziehen. Wer die grobe Reihe wählt, braucht eine Unterlegscheibe: der Schraubenkopf deckt das Loch sonst nicht mehr vollständig ab.

Ab dieser Größe wird das Schneidmoment zum Thema: Ein Gewindebohrer für 36 mm verlangt Schnittkräfte, die eine Handbohrmaschine nicht mehr aufbringt und eine kleine Tischbohrmaschine nicht mehr abstützt. Auf der Drehmaschine oder mit Gewindefräser entsteht das Gewinde spannungsärmer und maßhaltiger.

Verbaut wird M36x2 vor allem im Bereich Großflansche, Turmverbindungen, Pressen und Schwermaschinenbau. Der Nenndurchmesser gehört zur Vorzugsreihe 1 der DIN 13-1 — Schrauben, Muttern, Bohrer und Gewindebohrer dafür führt jeder Händler ab Lager.

Gegenüber dem Regelgewinde M36 mit 4 mm Steigung: der Spannungsquerschnitt wächst um 12 % auf 914,5 mm², der Steigungswinkel fällt um 1,13° flacher aus, und das Kernloch wandert von 32 mm auf 34 mm. Der flachere Winkel ist der Grund, weshalb Feingewinde bei gleicher Vorspannkraft feiner dosierbar sind und sich schlechter von selbst lösen; der Preis ist die geringere Gangtiefe, die in weichen Werkstoffen und bei häufiger Montage schneller ausreißt.

Alle Feingewinde

M4x0,5 M5x0,5 M6x0,75 M8x1 M8x0,75 M10x1,25 M10x1 M10x0,75 M12x1,5 M12x1,25 M12x1 M14x1,5 M16x1,5 M18x1,5 M20x1,5 M22x1,5 M24x2 M24x1,5 M27x2 M30x2 M30x1,5 M33x2 M36x3 M36x2 M39x3 M42x3 M45x3 M48x3 M52x3 M56x4 M60x4 M64x4

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