M52x3: Kernloch, Maße und Anzugsmoment

Metrisches ISO-Feingewinde nach DIN 13-2 ff.

Kernlochbohrer für M52x3
49 mm

Steigung 3 mm, Spannungsquerschnitt 1900 mm². Das entspricht genau der Werkstattregel d − P.

Gewindemaße

MaßWertHerkunft
Nenndurchmesser d52 mmAußendurchmesser des Bolzengewindes
Steigung P3 mmFeingewinde nach DIN 13-2 ff.
Kernloch (Schneidgewinde)49 mmBohrer nach DIN 336
Kernloch (Furchgewinde)50,35 mmd − 0,55 · P, gewindeformend
Flankendurchmesser d₂50,051 mmd − 0,6495 · P (ISO 68-1)
Kerndurchmesser Bolzen d₃48,319 mmd − 1,2269 · P
Kerndurchmesser Mutter D₁48,752 mmd − 1,0825 · P
Spannungsquerschnitt AS1900 mm²aus d₂ und d₃ gemittelt
Senker Ø (90°)55 mmPraxiswert d + P

Anziehmomente für M52x3

FestigkeitsklasseRp0,2Vorspannkraft FMAnziehmoment MA
8.8640 MPa923010 N8562 Nm
10.9940 MPa1355670 N12575,4 Nm
12.91080 MPa1557580 N14448,3 Nm

Gerechnet nach VDI 2230 mit Reibungszahl µ = 0,14 in Gewinde und Kopfauflage und 90 % Ausnutzung der Streckgrenze — die Annahmen der dortigen Tabelle A1. Andere Reibungszahlen verschieben das Moment erheblich: geschmiert (µ = 0,10) rund 20 % weniger, trocken (µ = 0,20) rund 30 % mehr. Für den vollständigen Nachweis mit Klemmlänge und Betriebskraft steht die Schraubenberechnung nach VDI 2230 bereit.

Mindesteinschraubtiefe im Sackloch

Werkstoff des InnengewindesMindesteinschraubtiefe
Stahl, niedrigfest (S235)52 mm (1 · d)
Stahl, vergütet (C45, 42CrMo4)62,4 mm (1,2 · d)
Gusseisen (EN-GJL, EN-GJS)78 mm (1,5 · d)
Aluminiumguss und -knetlegierung114,4 mm (2,2 · d)

Richtwerte für Festigkeitsklasse 8.8. Die Einschraubtiefe muss so groß sein, dass das Innengewinde nicht vor der Schraube versagt — je weicher der Werkstoff, desto tiefer. In Aluminium sind 114,4 mm nötig, in Stahl reicht rund der Nenndurchmesser.

Kernloch für M52x3 bestimmen

Der Kernlochdurchmesser ergibt sich aus der Werkstattregel d − P: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M52x3 sind das 52 mm − 3 mm = 49 mm, gebohrt wird mit dem genormten Bohrer 49 mm.

Diese Regel erzeugt rund 76 % Tragtiefe des Gewindes. Das klingt nach wenig, ist aber Absicht: die vollen 100 % brächten kaum mehr Tragfähigkeit — bei einer Verbindung nach VDI 2230 reißt ohnehin eher die Schraube als das Muttergewinde —, würden aber deutlich höhere Schnittkräfte und damit mehr Bruchgefahr für den Gewindebohrer bedeuten.

Beim Gewindefurchen gilt eine andere Regel: hier wird der Werkstoff verdrängt statt geschnitten, das Loch muss deshalb größer sein — 50,35 mm für M52x3. Furchgewinde sind fester, weil der Faserverlauf erhalten bleibt, brauchen aber einen ausreichend zähen Werkstoff.

Alle Werte lassen sich im Gewinde- und Kernloch-Rechner für beliebige Größen nachschlagen.

In der Werkstatt

GrößeWertHerkunft
Steigungswinkel φ1,09°arctan(P / (π · d2))
Tragende Gänge auf 1 · d17,3d / P
Schlüsselweite SW80 mmISO 4014/4017
Durchgangsloch mittel56 mmISO 273, Reihe mittel
Durchgangsloch fein / grob54 / 62 mmISO 273

M52x3 in der Praxis

Mit 1,09° liegt der Steigungswinkel unter dem Reibungswinkel von 6,59° (µ = 0,10 am 60°-Flankenwinkel). Das Gewinde ist damit selbsthemmend: es dreht sich unter ruhender Last nicht von selbst zurück. Gegen Setzen und gegen Querbewegung hilft das nicht — dagegen hilft nur ausreichende Vorspannkraft.

Auf einer Einschraubtiefe von einem Nenndurchmesser liegen bei M52x3 rechnerisch 17,3 Gänge im Eingriff. Tragen tun sie ungleich: der erste Gang übernimmt den größten Teil der Last, nach etwa sechs Gängen kommt kaum noch etwas hinzu. Deshalb bringt eine Mutter doppelter Höhe fast nichts, während eine zu geringe Einschraubtiefe sofort zum Ausreißen führt.

Auf der Gegenseite sitzt das Durchgangsloch. Nach ISO 273 sind das für M52x3 56 mm in der mittleren Reihe — die, die ohne besonderen Grund genommen wird. Die feine Reihe mit 54 mm ist für Passschrauben und enge Lagezuordnung gedacht, die grobe mit 62 mm für Blech- und Schweißkonstruktionen, bei denen sich Lochabstände verziehen. Wer die grobe Reihe wählt, braucht eine Unterlegscheibe: der Schraubenkopf deckt das Loch sonst nicht mehr vollständig ab.

In dieser Größe wird das Gewinde gedreht oder gefräst, nicht gebohrt. Ein Gewindebohrer müsste den ganzen Querschnitt auf einmal schneiden; das Moment dafür bringt keine übliche Maschine auf, und die Späne fänden keinen Weg aus dem Loch. Gewindefräsen hat hier den weiteren Vorteil, dass ein Werkzeug mehrere Größen abdeckt — bei Stückzahl eins ist das der Unterschied zwischen einem Tag und einer Woche Lieferzeit.

Verbaut wird M52x3 vor allem im Bereich Großflansche, Turmverbindungen, Pressen und Schwermaschinenbau. Der Nenndurchmesser gehört nicht zur Vorzugsreihe 1 der DIN 13-1. Schrauben und Werkzeuge gibt es, aber seltener ab Lager und zu einem spürbar anderen Preis. Wo die Konstruktion es zulässt, ist die nächste Größe der Vorzugsreihe die wirtschaftlichere Wahl; wo nicht — etwa weil der Bauraum oder eine vorhandene Schnittstelle es vorgibt —, gehört der Beschaffungsvorlauf in die Planung.

Gegenüber dem Regelgewinde M52 mit 5 mm Steigung: der Spannungsquerschnitt wächst um 8,1 % auf 1900 mm², der Steigungswinkel fällt um 0,78° flacher aus, und das Kernloch wandert von 47 mm auf 49 mm. Der flachere Winkel ist der Grund, weshalb Feingewinde bei gleicher Vorspannkraft feiner dosierbar sind und sich schlechter von selbst lösen; der Preis ist die geringere Gangtiefe, die in weichen Werkstoffen und bei häufiger Montage schneller ausreißt.

Alle Feingewinde

M4x0,5 M5x0,5 M6x0,75 M8x1 M8x0,75 M10x1,25 M10x1 M10x0,75 M12x1,5 M12x1,25 M12x1 M14x1,5 M16x1,5 M18x1,5 M20x1,5 M22x1,5 M24x2 M24x1,5 M27x2 M30x2 M30x1,5 M33x2 M36x3 M36x2 M39x3 M42x3 M45x3 M48x3 M52x3 M56x4 M60x4 M64x4

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