M18x1,5: Kernloch, Maße und Anzugsmoment

Metrisches ISO-Feingewinde nach DIN 13-2 ff.

Kernlochbohrer für M18x1,5
16,5 mm

Steigung 1,5 mm, Spannungsquerschnitt 216,2 mm². Das entspricht genau der Werkstattregel d − P.

Gewindemaße

MaßWertHerkunft
Nenndurchmesser d18 mmAußendurchmesser des Bolzengewindes
Steigung P1,5 mmFeingewinde nach DIN 13-2 ff.
Kernloch (Schneidgewinde)16,5 mmBohrer nach DIN 336
Kernloch (Furchgewinde)17,18 mmd − 0,55 · P, gewindeformend
Flankendurchmesser d₂17,026 mmd − 0,6495 · P (ISO 68-1)
Kerndurchmesser Bolzen d₃16,16 mmd − 1,2269 · P
Kerndurchmesser Mutter D₁16,376 mmd − 1,0825 · P
Spannungsquerschnitt AS216,2 mm²aus d₂ und d₃ gemittelt
Senker Ø (90°)19,5 mmPraxiswert d + P

Anziehmomente für M18x1,5

FestigkeitsklasseRp0,2Vorspannkraft FMAnziehmoment MA
8.8640 MPa103270 N336,7 Nm
10.9940 MPa151670 N494,5 Nm
12.91080 MPa174260 N568,2 Nm

Gerechnet nach VDI 2230 mit Reibungszahl µ = 0,14 in Gewinde und Kopfauflage und 90 % Ausnutzung der Streckgrenze — die Annahmen der dortigen Tabelle A1. Andere Reibungszahlen verschieben das Moment erheblich: geschmiert (µ = 0,10) rund 20 % weniger, trocken (µ = 0,20) rund 30 % mehr. Für den vollständigen Nachweis mit Klemmlänge und Betriebskraft steht die Schraubenberechnung nach VDI 2230 bereit.

Mindesteinschraubtiefe im Sackloch

Werkstoff des InnengewindesMindesteinschraubtiefe
Stahl, niedrigfest (S235)18 mm (1 · d)
Stahl, vergütet (C45, 42CrMo4)21,6 mm (1,2 · d)
Gusseisen (EN-GJL, EN-GJS)27 mm (1,5 · d)
Aluminiumguss und -knetlegierung39,6 mm (2,2 · d)

Richtwerte für Festigkeitsklasse 8.8. Die Einschraubtiefe muss so groß sein, dass das Innengewinde nicht vor der Schraube versagt — je weicher der Werkstoff, desto tiefer. In Aluminium sind 39,6 mm nötig, in Stahl reicht rund der Nenndurchmesser.

Kernloch für M18x1,5 bestimmen

Der Kernlochdurchmesser ergibt sich aus der Werkstattregel d − P: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M18x1,5 sind das 18 mm − 1,5 mm = 16,5 mm, gebohrt wird mit dem genormten Bohrer 16,5 mm.

Diese Regel erzeugt rund 76 % Tragtiefe des Gewindes. Das klingt nach wenig, ist aber Absicht: die vollen 100 % brächten kaum mehr Tragfähigkeit — bei einer Verbindung nach VDI 2230 reißt ohnehin eher die Schraube als das Muttergewinde —, würden aber deutlich höhere Schnittkräfte und damit mehr Bruchgefahr für den Gewindebohrer bedeuten.

Beim Gewindefurchen gilt eine andere Regel: hier wird der Werkstoff verdrängt statt geschnitten, das Loch muss deshalb größer sein — 17,18 mm für M18x1,5. Furchgewinde sind fester, weil der Faserverlauf erhalten bleibt, brauchen aber einen ausreichend zähen Werkstoff.

Alle Werte lassen sich im Gewinde- und Kernloch-Rechner für beliebige Größen nachschlagen.

In der Werkstatt

GrößeWertHerkunft
Steigungswinkel φ1,61°arctan(P / (π · d2))
Tragende Gänge auf 1 · d12d / P
Schlüsselweite SW27 mmISO 4014/4017
Durchgangsloch mittel20 mmISO 273, Reihe mittel
Durchgangsloch fein / grob19 / 21 mmISO 273

M18x1,5 in der Praxis

Mit 1,61° liegt der Steigungswinkel unter dem Reibungswinkel von 6,59° (µ = 0,10 am 60°-Flankenwinkel). Das Gewinde ist damit selbsthemmend: es dreht sich unter ruhender Last nicht von selbst zurück. Gegen Setzen und gegen Querbewegung hilft das nicht — dagegen hilft nur ausreichende Vorspannkraft.

Auf einer Einschraubtiefe von einem Nenndurchmesser liegen bei M18x1,5 rechnerisch 12 Gänge im Eingriff. Tragen tun sie ungleich: der erste Gang übernimmt den größten Teil der Last, nach etwa sechs Gängen kommt kaum noch etwas hinzu. Deshalb bringt eine Mutter doppelter Höhe fast nichts, während eine zu geringe Einschraubtiefe sofort zum Ausreißen führt.

Auf der Gegenseite sitzt das Durchgangsloch. Nach ISO 273 sind das für M18x1,5 20 mm in der mittleren Reihe — die, die ohne besonderen Grund genommen wird. Die feine Reihe mit 19 mm ist für Passschrauben und enge Lagezuordnung gedacht, die grobe mit 21 mm für Blech- und Schweißkonstruktionen, bei denen sich Lochabstände verziehen. Wer die grobe Reihe wählt, braucht eine Unterlegscheibe: der Schraubenkopf deckt das Loch sonst nicht mehr vollständig ab.

Das ist der Bereich, für den Werkstatt und Handel eingerichtet sind: Bohrer, Gewindebohrer, Schrauben und Schlüssel liegen im Regal, und das Gewinde lässt sich von Hand ebenso schneiden wie auf der Maschine. Wo nichts dagegen spricht, gehört eine Verbindung in diese Größe.

Verbaut wird M18x1,5 vor allem im Bereich Maschinenrahmen, Lagerböcke, Flansche und Stahlbau. Der Nenndurchmesser gehört nicht zur Vorzugsreihe 1 der DIN 13-1. Schrauben und Werkzeuge gibt es, aber seltener ab Lager und zu einem spürbar anderen Preis. Wo die Konstruktion es zulässt, ist die nächste Größe der Vorzugsreihe die wirtschaftlichere Wahl; wo nicht — etwa weil der Bauraum oder eine vorhandene Schnittstelle es vorgibt —, gehört der Beschaffungsvorlauf in die Planung.

Gegenüber dem Regelgewinde M18 mit 2,5 mm Steigung: der Spannungsquerschnitt wächst um 12,3 % auf 216,2 mm², der Steigungswinkel fällt um 1,18° flacher aus, und das Kernloch wandert von 15,5 mm auf 16,5 mm. Der flachere Winkel ist der Grund, weshalb Feingewinde bei gleicher Vorspannkraft feiner dosierbar sind und sich schlechter von selbst lösen; der Preis ist die geringere Gangtiefe, die in weichen Werkstoffen und bei häufiger Montage schneller ausreißt.

Alle Feingewinde

M4x0,5 M5x0,5 M6x0,75 M8x1 M8x0,75 M10x1,25 M10x1 M10x0,75 M12x1,5 M12x1,25 M12x1 M14x1,5 M16x1,5 M18x1,5 M20x1,5 M22x1,5 M24x2 M24x1,5 M27x2 M30x2 M30x1,5 M33x2 M36x3 M36x2 M39x3 M42x3 M45x3 M48x3 M52x3 M56x4 M60x4 M64x4

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