1.2344 (X40CrMoV5-1)
Werkzeugstahl nach EN ISO 4957 · gehärtet und angelassen
Dichte 7,8 g/cm³ · E-Modul 210 GPa · Ausdehnung 11,5 · 10⁻⁶/K. Für gehärteten Werkzeugstahl gibt die Norm keine Zugfestigkeit an — maßgeblich sind Härte, Druckfestigkeit und Zähigkeit.
Mechanische und physikalische Kennwerte
| Kennwert | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Zugfestigkeit Rm | – | für gehärteten Werkzeugstahl nicht angegeben — er versagt spröde |
| Streckgrenze Rp0,2 | – | nicht angegeben |
| Bruchdehnung A | – | Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit |
| Härte | 44–52 HRC | Rockwell C, im gehärteten Zustand |
| Dichte ρ | 7,8 g/cm³ | Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,45 kg/m |
| E-Modul | 210 GPa | bestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit |
| Längenausdehnung α | 11,5 · 10⁻⁶/K | 1 m dehnt sich bei 100 K um 1,15 mm |
| Wärmeleitfähigkeit λ | 25 W/(m·K) | maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung |
Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (gehärtet und angelassen). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.
Bezeichnung, Norm und Zustand
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Werkstoffnummer | 1.2344 (EN 10027-2) |
| Kurzname | X40CrMoV5-1 (EN 10027-1) |
| Werkstoffgruppe | Werkzeugstahl |
| Norm | EN ISO 4957 |
| Kennwerte gelten für | gehärtet und angelassen |
| Andere Bezeichnungen | AISI H13 · Warmarbeitsstahl |
Schweißen und Zerspanen
| Eigenschaft | Beurteilung |
|---|---|
| Schweißen | Reparaturschweißung mit Vorwärmen auf Arbeitstemperatur |
| Zerspanen | weichgeglüht gut, gehärtet nur Schleifen und Erodieren |
Werkzeugstahl im Vergleich
| Werkstoff | Rm bzw. Härte | Streckgrenze | Dichte | Rm/ρ |
|---|---|---|---|---|
| 1.2379 (X153CrMoV12) | 58–62 HRC | – | 7,7 g/cm³ | – |
| 1.2312 (40CrMnMoS8-6) | 1000–1100 MPa | 800 MPa | 7,85 g/cm³ | 134 |
| 1.2344 (X40CrMoV5-1) | 44–52 HRC | – | 7,8 g/cm³ | – |
| 1.2842 (90MnCrV8) | 60–63 HRC | – | 7,85 g/cm³ | – |
Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.
1.2344 (X40CrMoV5-1) — wofür der Werkstoff genommen wird
Druckgussformen, Strangpresswerkzeuge, Schmiedegesenke, Spritzgießformen für abrasive Kunststoffe.
Ausgelegt auf Warmfestigkeit und Beständigkeit gegen Brandrisse, nicht auf maximale Härte. Er behält seine Härte bis etwa 550 °C — genau der Bereich, in dem eine Druckgussform steht.
Was die Zahlen praktisch bedeuten
Mit 7,8 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,45 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.
Der E-Modul von 210 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.
Mit α = 11,5 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,15 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.
Die Härte von 44–52 HRC lässt sich mit dem Härte-Umrechner in die übrigen Härteskalen umwerten. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.
Weitere Werkstoffe: Werkzeugstahl
Alle Werkstoffe vergleichen · Halbzeug-Gewicht · Wärmeausdehnung · Alle Rechner