1.2379 (X153CrMoV12)

Werkzeugstahl nach EN ISO 4957 · gehärtet und angelassen

Härte im Einsatzzustand
58–62 HRC

Dichte 7,7 g/cm³ · E-Modul 210 GPa · Ausdehnung 11,5 · 10⁻⁶/K. Für gehärteten Werkzeugstahl gibt die Norm keine Zugfestigkeit an — maßgeblich sind Härte, Druckfestigkeit und Zähigkeit.

Mechanische und physikalische Kennwerte

KennwertWertBedeutung
Zugfestigkeit Rmfür gehärteten Werkzeugstahl nicht angegeben — er versagt spröde
Streckgrenze Rp0,2nicht angegeben
Bruchdehnung AVerlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit
Härte58–62 HRCRockwell C, im gehärteten Zustand
Dichte ρ7,7 g/cm³Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,42 kg/m
E-Modul210 GPabestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit
Längenausdehnung α11,5 · 10⁻⁶/K1 m dehnt sich bei 100 K um 1,15 mm
Wärmeleitfähigkeit λ20 W/(m·K)maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung

Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (gehärtet und angelassen). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.

Bezeichnung, Norm und Zustand

AngabeWert
Werkstoffnummer1.2379 (EN 10027-2)
KurznameX153CrMoV12 (EN 10027-1)
WerkstoffgruppeWerkzeugstahl
NormEN ISO 4957
Kennwerte gelten fürgehärtet und angelassen
Andere BezeichnungenAISI D2 · X155CrVMo12-1 · Kaltarbeitsstahl

Schweißen und Zerspanen

EigenschaftBeurteilung
Schweißennur als Reparaturschweißung mit Sonderzusatz
Zerspanenweichgeglüht (≤ 255 HB) bearbeitbar, gehärtet nur Schleifen und Erodieren
Härtetemperatur1020–1040 °C, Ölabschreckung oder Vakuum

Werkzeugstahl im Vergleich

WerkstoffRm bzw. HärteStreckgrenzeDichteRm
1.2379 (X153CrMoV12)58–62 HRC7,7 g/cm³
1.2312 (40CrMnMoS8-6)1000–1100 MPa800 MPa7,85 g/cm³134
1.2344 (X40CrMoV5-1)44–52 HRC7,8 g/cm³
1.2842 (90MnCrV8)60–63 HRC7,85 g/cm³

Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.

1.2379 (X153CrMoV12) — wofür der Werkstoff genommen wird

Schneid- und Stanzwerkzeuge, Schnittplatten, Umformwerkzeuge, Messer für Kunststoffe. Der meistverwendete Kaltarbeitsstahl.

Für gehärteten Werkzeugstahl wird keine Zugfestigkeit angegeben — er versagt spröde, bevor eine Streckgrenze erreicht wird. Maßgeblich sind Härte, Druckfestigkeit und Zähigkeit. Beim Härten wächst er um etwa 0,05 bis 0,1 %, was bei Passungen eingeplant werden muss.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Mit 7,7 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,42 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.

Der E-Modul von 210 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.

Mit α = 11,5 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,15 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.

Die Härte von 58–62 HRC lässt sich mit dem Härte-Umrechner in die übrigen Härteskalen umwerten. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.

Weitere Werkstoffe: Werkzeugstahl

1.2379 1.2312 1.2344 1.2842

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