1.2842 (90MnCrV8)

Werkzeugstahl nach EN ISO 4957 · gehärtet und angelassen

Härte im Einsatzzustand
60–63 HRC

Dichte 7,85 g/cm³ · E-Modul 210 GPa · Ausdehnung 12 · 10⁻⁶/K. Für gehärteten Werkzeugstahl gibt die Norm keine Zugfestigkeit an — maßgeblich sind Härte, Druckfestigkeit und Zähigkeit.

Mechanische und physikalische Kennwerte

KennwertWertBedeutung
Zugfestigkeit Rmfür gehärteten Werkzeugstahl nicht angegeben — er versagt spröde
Streckgrenze Rp0,2nicht angegeben
Bruchdehnung AVerlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit
Härte60–63 HRCRockwell C, im gehärteten Zustand
Dichte ρ7,85 g/cm³Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg/m
E-Modul210 GPabestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit
Längenausdehnung α12 · 10⁻⁶/K1 m dehnt sich bei 100 K um 1,2 mm
Wärmeleitfähigkeit λ30 W/(m·K)maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung

Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (gehärtet und angelassen). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.

Bezeichnung, Norm und Zustand

AngabeWert
Werkstoffnummer1.2842 (EN 10027-2)
Kurzname90MnCrV8 (EN 10027-1)
WerkstoffgruppeWerkzeugstahl
NormEN ISO 4957
Kennwerte gelten fürgehärtet und angelassen
Andere BezeichnungenAISI O2 · 90MnV8 · Silberstahl (ähnlich 1.2210)

Schweißen und Zerspanen

EigenschaftBeurteilung
Schweißennicht vorgesehen
Zerspanenweichgeglüht gut

Werkzeugstahl im Vergleich

WerkstoffRm bzw. HärteStreckgrenzeDichteRm
1.2379 (X153CrMoV12)58–62 HRC7,7 g/cm³
1.2312 (40CrMnMoS8-6)1000–1100 MPa800 MPa7,85 g/cm³134
1.2344 (X40CrMoV5-1)44–52 HRC7,8 g/cm³
1.2842 (90MnCrV8)60–63 HRC7,85 g/cm³

Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.

1.2842 (90MnCrV8) — wofür der Werkstoff genommen wird

Schnittstempel, Messer, Lehren, Reibahlen, Gewindebohrer, Führungsleisten — der klassische Werkstattstahl für Einzelwerkzeuge.

Maßhaltig beim Härten und dabei in Öl härtbar, deshalb für Werkzeuge beliebt, die nach dem Härten nicht mehr nachgearbeitet werden. Die Einhärtetiefe ist begrenzt — bei dicken Teilen bleibt der Kern zäh.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Mit 7,85 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.

Der E-Modul von 210 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.

Mit α = 12 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,2 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.

Die Härte von 60–63 HRC lässt sich mit dem Härte-Umrechner in die übrigen Härteskalen umwerten. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.

Weitere Werkstoffe: Werkzeugstahl

1.2379 1.2312 1.2344 1.2842

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