S355J2 (1.0577)
Baustahl nach EN 10025-2 · warmgewalzt, t ≤ 16 mm
Dichte 7,85 g/cm³ · E-Modul 210 GPa · Ausdehnung 12 · 10⁻⁶/K. Gültig für warmgewalzt, t ≤ 16 mm.
Mechanische und physikalische Kennwerte
| Kennwert | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Zugfestigkeit Rm | 470–630 MPa | höchste ertragene Spannung im Zugversuch |
| Streckgrenze Re | 355 MPa | ab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird |
| Bruchdehnung A | 22 % | Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit |
| Härte | 145–190 HB | Richtwert im angegebenen Zustand |
| Dichte ρ | 7,85 g/cm³ | Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg/m |
| E-Modul | 210 GPa | bestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit |
| Längenausdehnung α | 12 · 10⁻⁶/K | 1 m dehnt sich bei 100 K um 1,2 mm |
| Wärmeleitfähigkeit λ | 45 W/(m·K) | maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung |
| Spezifische Festigkeit | 70 kN·m/kg | Rm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus |
Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (warmgewalzt, t ≤ 16 mm). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.
Bezeichnung, Norm und Zustand
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Werkstoffnummer | 1.0577 (EN 10027-2) |
| Kurzname | S355J2 (EN 10027-1) |
| Werkstoffgruppe | Baustahl |
| Norm | EN 10025-2 |
| Kennwerte gelten für | warmgewalzt, t ≤ 16 mm |
| Andere Bezeichnungen | St 52-3 · S355J2+N · A572 Grade 50 (ASTM) |
Schweißen und Zerspanen
| Eigenschaft | Beurteilung |
|---|---|
| Schweißen | gut schweißgeeignet; ab etwa 30 mm Dicke vorwärmen |
| Zerspanen | gut |
| Kerbschlagarbeit | 27 J bei −20 °C (Gütegruppe J2) |
Baustahl im Vergleich
| Werkstoff | Rm | Streckgrenze | Dichte | Rm/ρ |
|---|---|---|---|---|
| S235JR (1.0038) | 360–510 MPa | 235 MPa | 7,85 g/cm³ | 55 |
| S275JR (1.0044) | 410–560 MPa | 275 MPa | 7,85 g/cm³ | 62 |
| S355J2 (1.0577) | 470–630 MPa | 355 MPa | 7,85 g/cm³ | 70 |
| DC01 (1.0330) | 270–410 MPa | – | 7,85 g/cm³ | 43 |
Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.
S355J2 (1.0577) — wofür der Werkstoff genommen wird
Der Standard im tragenden Stahlbau, Kran- und Fahrzeugbau: 50 % mehr Streckgrenze als S235 bei gleicher Steifigkeit und gleichem Schweißverhalten.
Der E-Modul ist derselbe wie bei S235 — 210 GPa für jeden Stahl. Ein Träger aus S355 trägt mehr, biegt sich unter derselben Last aber genauso weit durch. Gegen Durchbiegung hilft nur mehr Querschnitt.
Was die Zahlen praktisch bedeuten
Mit 7,85 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.
Der E-Modul von 210 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.
Mit α = 12 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,2 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.
Die Härte von 145–190 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.
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