S275JR (1.0044)

Baustahl nach EN 10025-2 · warmgewalzt, t ≤ 16 mm

Zugfestigkeit Rm
410–560 MPa
Streckgrenze Re
275 MPa

Dichte 7,85 g/cm³ · E-Modul 210 GPa · Ausdehnung 12 · 10⁻⁶/K. Gültig für warmgewalzt, t ≤ 16 mm.

Mechanische und physikalische Kennwerte

KennwertWertBedeutung
Zugfestigkeit Rm410–560 MPahöchste ertragene Spannung im Zugversuch
Streckgrenze Re275 MPaab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird
Bruchdehnung A23 %Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit
Härte120–160 HBRichtwert im angegebenen Zustand
Dichte ρ7,85 g/cm³Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg/m
E-Modul210 GPabestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit
Längenausdehnung α12 · 10⁻⁶/K1 m dehnt sich bei 100 K um 1,2 mm
Wärmeleitfähigkeit λ50 W/(m·K)maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung
Spezifische Festigkeit62 kN·m/kgRm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus

Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (warmgewalzt, t ≤ 16 mm). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.

Bezeichnung, Norm und Zustand

AngabeWert
Werkstoffnummer1.0044 (EN 10027-2)
KurznameS275JR (EN 10027-1)
WerkstoffgruppeBaustahl
NormEN 10025-2
Kennwerte gelten fürwarmgewalzt, t ≤ 16 mm
Andere BezeichnungenSt 44-2

Schweißen und Zerspanen

EigenschaftBeurteilung
Schweißengut schweißgeeignet
Zerspanengut

Baustahl im Vergleich

WerkstoffRmStreckgrenzeDichteRm
S235JR (1.0038)360–510 MPa235 MPa7,85 g/cm³55
S275JR (1.0044)410–560 MPa275 MPa7,85 g/cm³62
S355J2 (1.0577)470–630 MPa355 MPa7,85 g/cm³70
DC01 (1.0330)270–410 MPa7,85 g/cm³43

Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.

S275JR (1.0044) — wofür der Werkstoff genommen wird

Zwischenstufe zwischen S235 und S355, im Stahlbau und Behälterbau. Wird seltener bevorzugt, weil S355 bei kaum höherem Preis deutlich mehr Streckgrenze bringt.

Wer zwischen S235 und S355 wählt, überspringt S275 meist — der Aufpreis von S235 auf S355 ist kleiner als der Festigkeitsgewinn.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Mit 7,85 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.

Der E-Modul von 210 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.

Mit α = 12 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,2 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.

Die Härte von 120–160 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.

Weitere Werkstoffe: Baustahl

S235JR S275JR S355J2 DC01

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