S235JR (1.0038)

Baustahl nach EN 10025-2 · warmgewalzt, t ≤ 16 mm

Zugfestigkeit Rm
360–510 MPa
Streckgrenze Re
235 MPa

Dichte 7,85 g/cm³ · E-Modul 210 GPa · Ausdehnung 12 · 10⁻⁶/K. Gültig für warmgewalzt, t ≤ 16 mm.

Mechanische und physikalische Kennwerte

KennwertWertBedeutung
Zugfestigkeit Rm360–510 MPahöchste ertragene Spannung im Zugversuch
Streckgrenze Re235 MPaab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird
Bruchdehnung A26 %Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit
Härte110–150 HBRichtwert im angegebenen Zustand
Dichte ρ7,85 g/cm³Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg/m
E-Modul210 GPabestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit
Längenausdehnung α12 · 10⁻⁶/K1 m dehnt sich bei 100 K um 1,2 mm
Wärmeleitfähigkeit λ50 W/(m·K)maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung
Spezifische Festigkeit55 kN·m/kgRm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus

Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (warmgewalzt, t ≤ 16 mm). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.

Bezeichnung, Norm und Zustand

AngabeWert
Werkstoffnummer1.0038 (EN 10027-2)
KurznameS235JR (EN 10027-1)
WerkstoffgruppeBaustahl
NormEN 10025-2
Kennwerte gelten fürwarmgewalzt, t ≤ 16 mm
Andere BezeichnungenSt 37-2 · RSt 37-2 · E24-2 · A283 Grade C/D (ASTM)

Schweißen und Zerspanen

EigenschaftBeurteilung
Schweißenuneingeschränkt schweißgeeignet, kein Vorwärmen nötig
Zerspanengut, neigt aber wegen der Zähigkeit zu langen Fließspänen
Kerbschlagarbeit27 J bei +20 °C (Gütegruppe JR)

Baustahl im Vergleich

WerkstoffRmStreckgrenzeDichteRm
S235JR (1.0038)360–510 MPa235 MPa7,85 g/cm³55
S275JR (1.0044)410–560 MPa275 MPa7,85 g/cm³62
S355J2 (1.0577)470–630 MPa355 MPa7,85 g/cm³70
DC01 (1.0330)270–410 MPa7,85 g/cm³43

Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.

S235JR (1.0038) — wofür der Werkstoff genommen wird

Der meistverbaute Stahl überhaupt: Schweißkonstruktionen, Rahmen, Grundplatten, Konsolen, Blechteile. Überall dort, wo die Steifigkeit der Konstruktion die Abmessungen bestimmt und nicht die Festigkeit.

Nicht härtbar und nicht vergütbar — der Kohlenstoffgehalt ist dafür zu niedrig. Wer eine verschleißfeste Oberfläche braucht, muss auf einen Einsatzstahl wie 16MnCr5 wechseln, nicht S235 nachträglich härten wollen.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Mit 7,85 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,47 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.

Der E-Modul von 210 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.

Mit α = 12 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,2 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.

Die Härte von 110–150 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.

Weitere Werkstoffe: Baustahl

S235JR S275JR S355J2 DC01

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