EN AW-1050A (3.0255)
Aluminium nach EN 485-2 · Blech, H14 (halbhart)
Dichte 2,7 g/cm³ · E-Modul 69 GPa · Ausdehnung 23,5 · 10⁻⁶/K. Gültig für Blech, H14 (halbhart).
Mechanische und physikalische Kennwerte
| Kennwert | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Zugfestigkeit Rm | 105–145 MPa | höchste ertragene Spannung im Zugversuch |
| Streckgrenze Rp0,2 | 85 MPa | ab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird |
| Bruchdehnung A | 4 % | Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit |
| Härte | 30–40 HB | Richtwert im angegebenen Zustand |
| Dichte ρ | 2,7 g/cm³ | Rundstab Ø 20 mm wiegt 0,85 kg/m |
| E-Modul | 69 GPa | bestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit |
| Längenausdehnung α | 23,5 · 10⁻⁶/K | 1 m dehnt sich bei 100 K um 2,35 mm |
| Wärmeleitfähigkeit λ | 230 W/(m·K) | maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung |
| Spezifische Festigkeit | 46 kN·m/kg | Rm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus |
Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (Blech, H14 (halbhart)). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.
Bezeichnung, Norm und Zustand
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Werkstoffnummer | 3.0255 (EN 10027-2) |
| Kurzname | EN AW-1050A (EN 10027-1) |
| Werkstoffgruppe | Aluminium |
| Norm | EN 485-2 |
| Kennwerte gelten für | Blech, H14 (halbhart) |
| Andere Bezeichnungen | Al 99,5 · 1050A H14 · Reinaluminium |
Schweißen und Zerspanen
| Eigenschaft | Beurteilung |
|---|---|
| Schweißen | sehr gut |
| Zerspanen | schlecht — schmiert, klebt an der Schneide |
Aluminium im Vergleich
| Werkstoff | Rm | Streckgrenze | Dichte | Rm/ρ |
|---|---|---|---|---|
| EN AW-6060 (3.3206) | ≥ 215 MPa | 160 MPa | 2,7 g/cm³ | 80 |
| EN AW-6082 (3.2315) | ≥ 310 MPa | 260 MPa | 2,7 g/cm³ | 115 |
| EN AW-5083 (3.3547) | ≥ 275 MPa | 125 MPa | 2,66 g/cm³ | 103 |
| EN AW-7075 (3.4365) | ≥ 540 MPa | 470 MPa | 2,8 g/cm³ | 193 |
| EN AW-2007 (3.1645) | ≥ 370 MPa | 250 MPa | 2,85 g/cm³ | 130 |
| EN AW-1050A (3.0255) | 105–145 MPa | 85 MPa | 2,7 g/cm³ | 46 |
| EN AC-AlSi10Mg (3.2381) | ≥ 260 MPa | 220 MPa | 2,65 g/cm³ | 98 |
Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.
EN AW-1050A (3.0255) — wofür der Werkstoff genommen wird
Verkleidungen, Kühlkörper, Stromschienen, chemisch beanspruchte Behälter, Abschirmungen, Tiefziehteile.
Wird nicht wegen der Festigkeit genommen, sondern wegen der Wärme- und Stromleitfähigkeit, der Umformbarkeit und der Korrosionsbeständigkeit. Zum Fräsen ist er der schlechteste Aluminiumwerkstoff überhaupt.
Was die Zahlen praktisch bedeuten
Ein Bauteil gleicher Geometrie wiegt aus EN AW-1050A nur 34 % dessen, was es aus Stahl wöge. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 0,85 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.
Der E-Modul von 69 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.
Mit α = 23,5 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 2,35 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.
Die Härte von 30–40 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.
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