M2: Kernloch, Maße und Anzugsmoment

Metrisches ISO-Regelgewinde nach DIN 13-1

Kernlochbohrer für M2
1,6 mm

Steigung 0,4 mm, Spannungsquerschnitt 2,1 mm². Das entspricht genau der Werkstattregel d − P.

Gewindemaße

MaßWertHerkunft
Nenndurchmesser d2 mmAußendurchmesser des Bolzengewindes
Steigung P0,4 mmRegelsteigung nach DIN 13-1
Kernloch (Schneidgewinde)1,6 mmBohrer nach DIN 336
Kernloch (Furchgewinde)1,78 mmd − 0,55 · P, gewindeformend
Flankendurchmesser d₂1,74 mmd − 0,6495 · P (ISO 68-1)
Kerndurchmesser Bolzen d₃1,509 mmd − 1,2269 · P
Kerndurchmesser Mutter D₁1,567 mmd − 1,0825 · P
Spannungsquerschnitt AS2,1 mm²aus d₂ und d₃ gemittelt
Senker Ø (90°)2,4 mmPraxiswert d + P

Anziehmomente für M2

FestigkeitsklasseRp0,2Vorspannkraft FMAnziehmoment MA
8.8640 MPa900 N0,35 Nm
10.9940 MPa1320 N0,51 Nm
12.91080 MPa1520 N0,59 Nm

Gerechnet nach VDI 2230 mit Reibungszahl µ = 0,14 in Gewinde und Kopfauflage und 90 % Ausnutzung der Streckgrenze — die Annahmen der dortigen Tabelle A1. Andere Reibungszahlen verschieben das Moment erheblich: geschmiert (µ = 0,10) rund 20 % weniger, trocken (µ = 0,20) rund 30 % mehr. Für den vollständigen Nachweis mit Klemmlänge und Betriebskraft steht die Schraubenberechnung nach VDI 2230 bereit.

Mindesteinschraubtiefe im Sackloch

Werkstoff des InnengewindesMindesteinschraubtiefe
Stahl, niedrigfest (S235)2 mm (1 · d)
Stahl, vergütet (C45, 42CrMo4)2,4 mm (1,2 · d)
Gusseisen (EN-GJL, EN-GJS)3 mm (1,5 · d)
Aluminiumguss und -knetlegierung4,4 mm (2,2 · d)

Richtwerte für Festigkeitsklasse 8.8. Die Einschraubtiefe muss so groß sein, dass das Innengewinde nicht vor der Schraube versagt — je weicher der Werkstoff, desto tiefer. In Aluminium sind 4,4 mm nötig, in Stahl reicht rund der Nenndurchmesser.

Kernloch für M2 bestimmen

Der Kernlochdurchmesser ergibt sich aus der Werkstattregel d − P: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M2 sind das 2 mm − 0,4 mm = 1,6 mm, gebohrt wird mit dem genormten Bohrer 1,6 mm.

Diese Regel erzeugt rund 76 % Tragtiefe des Gewindes. Das klingt nach wenig, ist aber Absicht: die vollen 100 % brächten kaum mehr Tragfähigkeit — bei einer Verbindung nach VDI 2230 reißt ohnehin eher die Schraube als das Muttergewinde —, würden aber deutlich höhere Schnittkräfte und damit mehr Bruchgefahr für den Gewindebohrer bedeuten.

Beim Gewindefurchen gilt eine andere Regel: hier wird der Werkstoff verdrängt statt geschnitten, das Loch muss deshalb größer sein — 1,78 mm für M2. Furchgewinde sind fester, weil der Faserverlauf erhalten bleibt, brauchen aber einen ausreichend zähen Werkstoff.

Alle Werte lassen sich im Gewinde- und Kernloch-Rechner für beliebige Größen nachschlagen.

In der Werkstatt

GrößeWertHerkunft
Steigungswinkel φ4,18°arctan(P / (π · d2))
Tragende Gänge auf 1 · d5d / P
Schlüsselweite SW4 mmISO 4014/4017
Durchgangsloch mittel2,4 mmISO 273, Reihe mittel
Durchgangsloch fein / grob2,2 / 2,6 mmISO 273

M2 in der Praxis

Mit 4,18° liegt der Steigungswinkel unter dem Reibungswinkel von 6,59° (µ = 0,10 am 60°-Flankenwinkel). Das Gewinde ist damit selbsthemmend: es dreht sich unter ruhender Last nicht von selbst zurück. Gegen Setzen und gegen Querbewegung hilft das nicht — dagegen hilft nur ausreichende Vorspannkraft.

Auf einer Einschraubtiefe von einem Nenndurchmesser liegen bei M2 rechnerisch 5 Gänge im Eingriff. Tragen tun sie ungleich: der erste Gang übernimmt den größten Teil der Last, nach etwa sechs Gängen kommt kaum noch etwas hinzu. Deshalb bringt eine Mutter doppelter Höhe fast nichts, während eine zu geringe Einschraubtiefe sofort zum Ausreißen führt.

Auf der Gegenseite sitzt das Durchgangsloch. Nach ISO 273 sind das für M2 2,4 mm in der mittleren Reihe — die, die ohne besonderen Grund genommen wird. Die feine Reihe mit 2,2 mm ist für Passschrauben und enge Lagezuordnung gedacht, die grobe mit 2,6 mm für Blech- und Schweißkonstruktionen, bei denen sich Lochabstände verziehen. Wer die grobe Reihe wählt, braucht eine Unterlegscheibe: der Schraubenkopf deckt das Loch sonst nicht mehr vollständig ab.

In dieser Größe ist nicht die Festigkeit das Problem, sondern der Gewindebohrer. Sein Kernquerschnitt ist so klein, dass schon ein leicht schiefer Ansatz oder ein Span im Loch ihn abbricht — und ein abgebrochener Bohrer im Sackloch ist in der Regel das Ende des Bauteils. Gearbeitet wird deshalb maschinell mit Längenausgleich und Minimalmengenschmierung, nicht mit dem Windeisen.

Verbaut wird M2 vor allem im Bereich Feinwerktechnik, Elektronik, Gehäuse und Optik. Der Nenndurchmesser gehört zur Vorzugsreihe 1 der DIN 13-1 — Schrauben, Muttern, Bohrer und Gewindebohrer dafür führt jeder Händler ab Lager.

Alle Regelgewinde

M1 M1,2 M1,6 M2 M2,5 M3 M3,5 M4 M5 M6 M8 M10 M12 M14 M16 M18 M20 M22 M24 M27 M30 M33 M36 M39 M42 M45 M48 M52 M56 M60 M64

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