M16: Kernloch, Maße und Anzugsmoment

Metrisches ISO-Regelgewinde nach DIN 13-1

Kernlochbohrer für M16
14 mm

Steigung 2 mm, Spannungsquerschnitt 156,7 mm². Das entspricht genau der Werkstattregel d − P.

Gewindemaße

MaßWertHerkunft
Nenndurchmesser d16 mmAußendurchmesser des Bolzengewindes
Steigung P2 mmRegelsteigung nach DIN 13-1
Kernloch (Schneidgewinde)14 mmBohrer nach DIN 336
Kernloch (Furchgewinde)14,9 mmd − 0,55 · P, gewindeformend
Flankendurchmesser d₂14,701 mmd − 0,6495 · P (ISO 68-1)
Kerndurchmesser Bolzen d₃13,546 mmd − 1,2269 · P
Kerndurchmesser Mutter D₁13,835 mmd − 1,0825 · P
Spannungsquerschnitt AS156,7 mm²aus d₂ und d₃ gemittelt
Senker Ø (90°)18 mmPraxiswert d + P

Anziehmomente für M16

FestigkeitsklasseRp0,2Vorspannkraft FMAnziehmoment MA
8.8640 MPa72570 N215,5 NmReibwerte & Einschraubtiefe →
10.9940 MPa106590 N316,5 NmReibwerte & Einschraubtiefe →
12.91080 MPa122470 N363,7 NmReibwerte & Einschraubtiefe →

Gerechnet nach VDI 2230 mit Reibungszahl µ = 0,14 in Gewinde und Kopfauflage und 90 % Ausnutzung der Streckgrenze — die Annahmen der dortigen Tabelle A1. Andere Reibungszahlen verschieben das Moment erheblich: geschmiert (µ = 0,10) rund 20 % weniger, trocken (µ = 0,20) rund 30 % mehr. Für den vollständigen Nachweis mit Klemmlänge und Betriebskraft steht die Schraubenberechnung nach VDI 2230 bereit.

Mindesteinschraubtiefe im Sackloch

Werkstoff des InnengewindesMindesteinschraubtiefe
Stahl, niedrigfest (S235)16 mm (1 · d)
Stahl, vergütet (C45, 42CrMo4)19,2 mm (1,2 · d)
Gusseisen (EN-GJL, EN-GJS)24 mm (1,5 · d)
Aluminiumguss und -knetlegierung35,2 mm (2,2 · d)

Richtwerte für Festigkeitsklasse 8.8. Die Einschraubtiefe muss so groß sein, dass das Innengewinde nicht vor der Schraube versagt — je weicher der Werkstoff, desto tiefer. In Aluminium sind 35,2 mm nötig, in Stahl reicht rund der Nenndurchmesser.

Kernloch für M16 bestimmen

Der Kernlochdurchmesser ergibt sich aus der Werkstattregel d − P: Nenndurchmesser minus Steigung. Für M16 sind das 16 mm − 2 mm = 14 mm, gebohrt wird mit dem genormten Bohrer 14 mm.

Diese Regel erzeugt rund 76 % Tragtiefe des Gewindes. Das klingt nach wenig, ist aber Absicht: die vollen 100 % brächten kaum mehr Tragfähigkeit — bei einer Verbindung nach VDI 2230 reißt ohnehin eher die Schraube als das Muttergewinde —, würden aber deutlich höhere Schnittkräfte und damit mehr Bruchgefahr für den Gewindebohrer bedeuten.

Beim Gewindefurchen gilt eine andere Regel: hier wird der Werkstoff verdrängt statt geschnitten, das Loch muss deshalb größer sein — 14,9 mm für M16. Furchgewinde sind fester, weil der Faserverlauf erhalten bleibt, brauchen aber einen ausreichend zähen Werkstoff.

Alle Werte lassen sich im Gewinde- und Kernloch-Rechner für beliebige Größen nachschlagen.

In der Werkstatt

GrößeWertHerkunft
Steigungswinkel φ2,48°arctan(P / (π · d2))
Tragende Gänge auf 1 · d8d / P
Schlüsselweite SW24 mmISO 4014/4017
Durchgangsloch mittel17,5 mmISO 273, Reihe mittel
Durchgangsloch fein / grob17 / 18,5 mmISO 273

M16 in der Praxis

Mit 2,48° liegt der Steigungswinkel unter dem Reibungswinkel von 6,59° (µ = 0,10 am 60°-Flankenwinkel). Das Gewinde ist damit selbsthemmend: es dreht sich unter ruhender Last nicht von selbst zurück. Gegen Setzen und gegen Querbewegung hilft das nicht — dagegen hilft nur ausreichende Vorspannkraft.

Auf einer Einschraubtiefe von einem Nenndurchmesser liegen bei M16 rechnerisch 8 Gänge im Eingriff. Tragen tun sie ungleich: der erste Gang übernimmt den größten Teil der Last, nach etwa sechs Gängen kommt kaum noch etwas hinzu. Deshalb bringt eine Mutter doppelter Höhe fast nichts, während eine zu geringe Einschraubtiefe sofort zum Ausreißen führt.

Auf der Gegenseite sitzt das Durchgangsloch. Nach ISO 273 sind das für M16 17,5 mm in der mittleren Reihe — die, die ohne besonderen Grund genommen wird. Die feine Reihe mit 17 mm ist für Passschrauben und enge Lagezuordnung gedacht, die grobe mit 18,5 mm für Blech- und Schweißkonstruktionen, bei denen sich Lochabstände verziehen. Wer die grobe Reihe wählt, braucht eine Unterlegscheibe: der Schraubenkopf deckt das Loch sonst nicht mehr vollständig ab.

Das ist der Bereich, für den Werkstatt und Handel eingerichtet sind: Bohrer, Gewindebohrer, Schrauben und Schlüssel liegen im Regal, und das Gewinde lässt sich von Hand ebenso schneiden wie auf der Maschine. Wo nichts dagegen spricht, gehört eine Verbindung in diese Größe.

Verbaut wird M16 vor allem im Bereich Maschinenrahmen, Lagerböcke, Flansche und Stahlbau. Der Nenndurchmesser gehört zur Vorzugsreihe 1 der DIN 13-1 — Schrauben, Muttern, Bohrer und Gewindebohrer dafür führt jeder Händler ab Lager.

Zum selben Nenndurchmesser gibt es das Feingewinde M16x1,5. Feingewinde haben bei gleichem d einen größeren Spannungsquerschnitt und einen flacheren Steigungswinkel; gebraucht werden sie, wo dünne Wände, feine Einstellbarkeit oder Dichtheit im Spiel sind. Im allgemeinen Maschinenbau bleibt M16 die richtige Wahl.

Alle Regelgewinde

M1 M1,2 M1,6 M2 M2,5 M3 M3,5 M4 M5 M6 M8 M10 M12 M14 M16 M18 M20 M22 M24 M27 M30 M33 M36 M39 M42 M45 M48 M52 M56 M60 M64

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