1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2)
Nichtrostender Stahl nach EN 10088-2 · lösungsgeglüht, Blech t ≤ 8 mm
Dichte 8,0 g/cm³ · E-Modul 200 GPa · Ausdehnung 16,5 · 10⁻⁶/K. Gültig für lösungsgeglüht, Blech t ≤ 8 mm.
Mechanische und physikalische Kennwerte
| Kennwert | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Zugfestigkeit Rm | 500–700 MPa | höchste ertragene Spannung im Zugversuch |
| Streckgrenze Rp0,2 | 220 MPa | ab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird |
| Bruchdehnung A | 40 % | Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit |
| Härte | 150–215 HB | Richtwert im angegebenen Zustand |
| Dichte ρ | 8,0 g/cm³ | Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,51 kg/m |
| E-Modul | 200 GPa | bestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit |
| Längenausdehnung α | 16,5 · 10⁻⁶/K | 1 m dehnt sich bei 100 K um 1,65 mm |
| Wärmeleitfähigkeit λ | 15 W/(m·K) | maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung |
| Spezifische Festigkeit | 75 kN·m/kg | Rm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus |
Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (lösungsgeglüht, Blech t ≤ 8 mm). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.
Bezeichnung, Norm und Zustand
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Werkstoffnummer | 1.4571 (EN 10027-2) |
| Kurzname | X6CrNiMoTi17-12-2 (EN 10027-1) |
| Werkstoffgruppe | Nichtrostender Stahl |
| Norm | EN 10088-2 |
| Kennwerte gelten für | lösungsgeglüht, Blech t ≤ 8 mm |
| Andere Bezeichnungen | AISI 316Ti · V4A · UNS S31635 |
Schweißen und Zerspanen
| Eigenschaft | Beurteilung |
|---|---|
| Schweißen | gut, titanstabilisiert |
| Zerspanen | schwierig |
Nichtrostender Stahl im Vergleich
| Werkstoff | Rm | Streckgrenze | Dichte | Rm/ρ |
|---|---|---|---|---|
| 1.4301 (X5CrNi18-10) | 500–700 MPa | 210 MPa | 7,9 g/cm³ | 76 |
| 1.4307 (X2CrNi18-9) | 450–680 MPa | 200 MPa | 7,9 g/cm³ | 72 |
| 1.4404 (X2CrNiMo17-12-2) | 500–700 MPa | 220 MPa | 8,0 g/cm³ | 75 |
| 1.4401 (X5CrNiMo17-12-2) | 500–700 MPa | 220 MPa | 8,0 g/cm³ | 75 |
| 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2) | 500–700 MPa | 220 MPa | 8,0 g/cm³ | 75 |
| 1.4305 (X8CrNiS18-9) | 500–750 MPa | 190 MPa | 7,9 g/cm³ | 79 |
| 1.4021 (X20Cr13) | 650–850 MPa | 450 MPa | 7,7 g/cm³ | 97 |
| 1.4104 (X14CrMoS17) | 650–850 MPa | 450 MPa | 7,7 g/cm³ | 97 |
| 1.4462 (X2CrNiMoN22-5-3) | 650–880 MPa | 450 MPa | 7,8 g/cm³ | 98 |
Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.
1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2) — wofür der Werkstoff genommen wird
Im deutschen Apparate- und Rohrleitungsbau lange der Standard für Chemieanlagen; heute vielfach durch 1.4404 ersetzt.
Das Titan bindet den Kohlenstoff ab und verhindert so die Chromkarbidbildung — der ältere Weg zum selben Ziel, das 1.4404 über niedrigen Kohlenstoff erreicht. Für polierte Oberflächen ist 1.4404 besser, weil Titankarbide als Streifen sichtbar werden.
Was die Zahlen praktisch bedeuten
Mit 8,0 g/cm³ liegt die Dichte auf dem Wert, mit dem im Stahlbau gerechnet wird. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,51 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.
Der E-Modul von 200 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.
Mit α = 16,5 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,65 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.
Die Härte von 150–215 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.
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