EN-GJL-250 (0.6025)

Gusseisen nach EN 1561 · getrennt gegossener Probestab Ø 30 mm

Zugfestigkeit Rm
250–350 MPa
Streckgrenze Rp0,2
165 MPa

Dichte 7,2 g/cm³ · E-Modul 110 GPa · Ausdehnung 10,5 · 10⁻⁶/K. Gültig für getrennt gegossener Probestab Ø 30 mm.

Mechanische und physikalische Kennwerte

KennwertWertBedeutung
Zugfestigkeit Rm250–350 MPahöchste ertragene Spannung im Zugversuch
Streckgrenze Rp0,2165 MPaab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird
Bruchdehnung A0,5 %Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit
Härte180–220 HBRichtwert im angegebenen Zustand
Dichte ρ7,2 g/cm³Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,26 kg/m
E-Modul110 GPabestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit
Längenausdehnung α10,5 · 10⁻⁶/K1 m dehnt sich bei 100 K um 1,05 mm
Wärmeleitfähigkeit λ48 W/(m·K)maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung
Spezifische Festigkeit42 kN·m/kgRm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus

Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (getrennt gegossener Probestab Ø 30 mm). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.

Bezeichnung, Norm und Zustand

AngabeWert
Werkstoffnummer0.6025 (EN 10027-2)
KurznameEN-GJL-250 (EN 10027-1)
WerkstoffgruppeGusseisen
NormEN 1561
Kennwerte gelten fürgetrennt gegossener Probestab Ø 30 mm
Andere BezeichnungenGG-25 · Grauguss · Lamellengraphit

Schweißen und Zerspanen

EigenschaftBeurteilung
Schweißennur als Reparatur mit Nickelelektrode und Vorwärmen
Zerspanensehr gut, kurzbrechender Span durch den Graphit
Druckfestigkeitetwa 850 MPa — rund das Vierfache der Zugfestigkeit
Dämpfungsehr hoch (Grund für Maschinenbetten aus GJL)

Gusseisen im Vergleich

WerkstoffRmStreckgrenzeDichteRm
EN-GJL-250 (0.6025)250–350 MPa165 MPa7,2 g/cm³42
EN-GJS-400-15 (0.7040)≥ 400 MPa250 MPa7,1 g/cm³56
EN-GJS-600-3 (0.7060)≥ 600 MPa370 MPa7,1 g/cm³85

Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.

EN-GJL-250 (0.6025) — wofür der Werkstoff genommen wird

Maschinenbetten, Gehäuse, Ständer, Zylinder, Bremsscheiben, Riemenscheiben — alles Große, Steife, wo Schwingungen gedämpft werden sollen.

Grauguss verhält sich unter Druck ganz anders als unter Zug: Die Druckfestigkeit liegt drei- bis viermal über der Zugfestigkeit. Eine Konstruktion aus GJL muss deshalb so gestaltet sein, dass Druck und nicht Zug ankommt. Die Bruchdehnung ist praktisch null.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Ein Bauteil gleicher Geometrie wiegt aus EN-GJL-250 nur 92 % dessen, was es aus Stahl wöge. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,26 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.

Der E-Modul von 110 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.

Mit α = 10,5 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,05 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.

Die Härte von 180–220 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.

Weitere Werkstoffe: Gusseisen

EN-GJL-250 EN-GJS-400-15 EN-GJS-600-3

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