CuSn12-C (2.1052)

Kupferwerkstoffe nach EN 1982 · Schleuderguss (GZ)

Zugfestigkeit Rm
≥ 280 MPa
Streckgrenze Rp0,2
150 MPa

Dichte 8,7 g/cm³ · E-Modul 100 GPa · Ausdehnung 18 · 10⁻⁶/K. Gültig für Schleuderguss (GZ).

Mechanische und physikalische Kennwerte

KennwertWertBedeutung
Zugfestigkeit Rm≥ 280 MPahöchste ertragene Spannung im Zugversuch
Streckgrenze Rp0,2150 MPaab hier bleibt Verformung zurück — die Größe, gegen die ausgelegt wird
Bruchdehnung A5 %Verlängerung der Probe bis zum Bruch — ein Maß für die Zähigkeit
Härte90–120 HBRichtwert im angegebenen Zustand
Dichte ρ8,7 g/cm³Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,73 kg/m
E-Modul100 GPabestimmt die Durchbiegung, nicht die Tragfähigkeit
Längenausdehnung α18 · 10⁻⁶/K1 m dehnt sich bei 100 K um 1,8 mm
Wärmeleitfähigkeit λ50 W/(m·K)maßgeblich für Kühlung, Schweißen und Zerspanung
Spezifische Festigkeit32 kN·m/kgRm/ρ — die Kennzahl des Leichtbaus

Die Festigkeitswerte gelten für den angegebenen Behandlungs- und Dickenzustand (Schleuderguss (GZ)). Bei Stählen fällt die Streckgrenze mit zunehmender Erzeugnisdicke ab; Dichte, E-Modul und Ausdehnung sind davon unberührt. Für eine Nachweisrechnung gilt das Datenblatt des Lieferanten.

Bezeichnung, Norm und Zustand

AngabeWert
Werkstoffnummer2.1052 (EN 10027-2)
KurznameCuSn12-C (EN 10027-1)
WerkstoffgruppeKupferwerkstoffe
NormEN 1982
Kennwerte gelten fürSchleuderguss (GZ)
Andere BezeichnungenCC483K · G-CuSn12 · Rotguss/Lagerbronze

Schweißen und Zerspanen

EigenschaftBeurteilung
Schweißennicht vorgesehen
Zerspanengut

Kupferwerkstoffe im Vergleich

WerkstoffRmStreckgrenzeDichteRm
CuZn39Pb3 (2.0401)≥ 430 MPa250 MPa8,47 g/cm³51
CuZn37 (2.0321)300–370 MPa150 MPa8,44 g/cm³40
CuSn8 (2.1030)≥ 490 MPa420 MPa8,8 g/cm³56
CuSn12-C (2.1052)≥ 280 MPa150 MPa8,7 g/cm³32
Cu-ETP (2.0065)200–250 MPa80 MPa8,94 g/cm³25

Rm/ρ in kN·m/kg — die spezifische Festigkeit. Sie entscheidet dort, wo Masse zählt: Bei gleicher Bauteilmasse trägt der Werkstoff mit dem höheren Wert mehr, unabhängig davon, welcher die höhere Zugfestigkeit hat.

CuSn12-C (2.1052) — wofür der Werkstoff genommen wird

Gleitlagerbuchsen, Schneckenräder, Spindelmuttern, Führungsleisten — überall dort, wo Stahl auf Buntmetall gleiten soll.

Als Lagerwerkstoff wird nicht die Festigkeit ausgelegt, sondern die zulässige Flächenpressung und der p·v-Wert. Das Zinn bildet eine harte Phase in weicher Matrix: Die weiche Matrix nimmt Schmutzpartikel auf, die harte trägt.

Was die Zahlen praktisch bedeuten

Ein Bauteil gleicher Geometrie wiegt aus CuSn12-C das 1,11-fache dessen, was es aus Stahl wöge. Ein Rundstab Ø 20 mm wiegt 2,73 kg je Meter — für andere Abmessungen rechnet das der Halbzeug-Gewichtsrechner.

Der E-Modul von 100 GPa bestimmt, wie weit sich ein Bauteil unter Last durchbiegt — nicht, wie viel es trägt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Werkstoffwahl: Ein festerer Stahl macht einen Träger nicht steifer. Was er unter Last tut, zeigt die Trägerbiegung; die Querschnittswerte dazu liefert das Flächenträgheitsmoment.

Mit α = 18 · 10⁻⁶/K dehnt sich ein Meter bei 100 K Erwärmung um 1,8 mm. Das ist der Grund, weshalb Passungen zwischen verschiedenen Werkstoffen im Betrieb wandern — wie stark, rechnet der Wärmeausdehnungs-Rechner, die Auswirkung auf die Fügestelle der ISO-Passungsrechner.

Die Härte von 90–120 HB lässt sich mit dem Härte-Umrechner in HRC und HV umwerten — und näherungsweise in die Zugfestigkeit, denn bei Stählen gilt Rm ≈ 3,5 · HB. Die Schnittwerte für die Bearbeitung stellt der Schnittdaten-Rechner zusammen.

Weitere Werkstoffe: Kupferwerkstoffe

CuZn39Pb3 CuZn37 CuSn8 CuSn12-C Cu-ETP

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